23.10.2013

Glioblastom – häufigster bösartiger Hirntumor

In den Forschungslabors wird intensiv daran gearbeitet, neue Behandlungsoptionen für das Glioblastom zu entwickeln.

Hirntumore sind sehr vielgestaltig, man unterscheidet 130 verschiedene Arten. Meist handelt es sich um gutartige Tumore, deutlich seltener sind zum Glück bösartige Varianten. Abzugrenzen von den Hirntumoren sind zudem Hirnmetastasen, also Tumore, die sich als Tochtergeschwulst von Krebswucherungen in anderen Organen ins Gehirn abgesiedelt haben.

Hoffnung auf Therapiefortschritte

Treten bösartige Tumore im Gehirn auf, so sind die Heilungschancen leider bislang gering. Zunächst wird versucht, den Tumor durch eine Operation zu entfernen, was jedoch oft nicht möglich ist. Es folgen eine Strahlentherapie und auch Chemotherapie.
Bei rund 8.000 Menschen jährlich wird hierzulande die Diagnose „Hirntumor“ gestellt. Der häufigste bösartige Tumor im Gehirn ist beim Erwachsenen das Glioblastom. Es entwickelt sich aus so genannten Gliazellen, die das Stützgewebe des Gehirns bilden.
Das Glioblastom ist durch eine rasche Zellteilung gekennzeichnet und wächst daher schnell.  Der Tumor tritt meist zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr auf, Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen, wie die Deutsche Hirntumorhilfe mitteilt.
Trotz Operation, Strahlen- und Chemotherapie stellt das Glioblastom nach Angaben der Patientenorganisation bislang ein ungelöstes therapeutisches Problem dar. Denn eine Heilung ist kaum möglich. Hoffnung auf Behandlungsfortschritte nähren jedoch neue Studienergebnisse, wie sie beim amerikanischen Krebskongress in Chicago in diesem Jahr vorgestellt wurden. Demnach hat sich auch beim Glioblastom wie zuvor schon bei anderen Tumoren ein Wirkstoff als wirksam erwiesen, der die Bildung neuer Blutgefäße (die Angiogenese) hemmt. Über solche Blutgefäße versorgen sich Tumore mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Behandlung mit einem so genannten Angiogenesehemmer führt nicht zur Heilung der Patienten, kann aber für gewisse Zeit den Tumor am weiteren Wachstum hindern.
Auch unabhängig von diesem Ansatz der Angiogenesehemmung gibt es Hoffnung auf Therapiefortschritte. Denn die Forschungsaktivitäten zu Hirntumoren sind sehr groß. Derzeit laufen nach Angaben der Deutschen Hirntumorhilfe mehr als 100 klinische Studien, die die Wirksamkeit neuer Behandlungsansätze bei bösartigen Hirntumoren prüfen.