12.08.2014

Hodenkrebs: Konzept der Zweitmeinung bewährt sich

Es lohnt sich, im Fall einer Krebserkrankung eine sogenannte „Zweitmeinung“, den Rat eines zweiten Krebsmediziners einzuholen. Dies zeigt das Projekt „Zweitmeinung Hodentumor“, zu dem es jetzt einen ersten Zwischenbericht gibt: Inzwischen werden in Deutschland rund 15 Prozent aller neuen Hodentumore nach diesem Konzept durch einen zweiten Mediziner beurteilt. Es wurden mittlerweile mehr als 3.000 Zweitmeinungen abgegeben, die Ergebnisse wurden in einer Studie aufgearbeitet.

Bei nahezu 40 Prozent der begutachteten Fälle ergaben sich dabei Abweichungen zwischen dem ursprünglichen Therapieplan und der Zweitmeinung eines Experten für Hodentumore. Bei jedem vierten Patienten konnte die zunächst geplante Medikamentendosis verringert werden. „Weniger Medikamente bedeuten eine geringere Belastung für den Betroffenen und eine Steigerung der Lebensqualität“, erklärt Projektleiter Professor Dr. Mark Schrader von der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Ulm.

So steigt insbesondere die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten – wenn dies medizinisch vertretbar ist – eine schonendere Therapie erhalten, wenn vor Behandlungsbeginn eine Zweitmeinung eingeholt wird. Beim Projekt „Zweitmeinung Hodentumor“ schickt der Arzt, der einen bösartigen Hodentumor diagnostiziert, seine Untersuchungsergebnisse und seinen Therapieplan mittels einer Internet-basierten Datenbank an Experten der Deutschen Hodentumorstudiengruppe. Innerhalb von 48 Stunden erhält er eine Antwort auf seine Therapieanfrage.

Weiterführende Informationen

gibt es auf der Internetseite www.zm-hodentumor.de.