14.10.2015

Gute Chancen für Behandlungsfortschritte

Es gibt neue Hoffnung im Kampf gegen Blasenkrebs

Immuntherapie – Hoffnungsträger beim Blasenkrebs

Jedes Jahr werden rund 28.500 Menschen hierzulande mit der Diagnose „Blasenkrebs“ konfrontiert. Bei mehr als der Hälfte von ihnen liegt ein bereits über die Harnblase hinaus gewachsener Tumor vor. Männer sind mit zwei Drittel der Fälle allgemein häufiger betroffen als Frauen. Bei den übrigen Patienten ist der Tumor auf die Blasenschleimhaut beschränkt, also noch nicht in weiteres Gewebe vorgedrungen. 

Erfreulicherweise sinkt die Erkrankungsrate vor allem bei Männern seit Jahren. Experten führen den Rückgang nach Angaben des Krebsinformationsdienstes (KID) darauf zurück, dass Männer inzwischen weniger rauchen als früher. Möglicherweise sind sie zudem beruflich seltener krebsauslösenden Stoffen ausgesetzt als noch vor einigen Jahrzehnten. Bei Frauen stieg die Rate über mehrere Jahre an, blieb aber zuletzt konstant. Dafür dürfte das Rauchverhalten von Frauen verantwortlich sein, da
Rauchen einen direkten Risikofaktor auch für das Blasenkarzinom darstellt. Die Wahrscheinlichkeit, ein solches zu bekommen, steigt zudem mit dem Alter. Nur jeder fünfte Patient ist jünger als 65 Jahre.

Ist der Tumor noch nicht in die Blasenmuskulatur eingewachsen, kann er in der Mehrzahl der Fälle via Harnröhre mit einer Elektroschlinge entfernt werden. Liegt jedoch ein fortgeschrittenes, sogenanntes invasives Harnblasenkarzinom vor, ist eine Operation unerlässlich, wobei oft zuvor eine Chemotherapie erfolgt. Je nachdem, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, kann auch nach der operativen Entfernung eine Chemo- und/oder Strahlenbehandlung erforderlich sein.

Hoffnungen setzen die Krebsmediziner nun auf die Immuntherapie als weitere mögliche Behandlungsform. Denn es gibt aktuelle Befunde, dass Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder sogar bereits metastasiertem Blasenkrebs mit einer Tumorrückbildung auf einen speziellen Antikörper reagieren. Inwieweit sich dadurch langfristig bessere Behandlungschancen ergeben, wird derzeit in klinischen Studien geprüft.