14.03.2014

Krebs der Bauchspeicheldrüse früher erkennen

Intensiv wird in den Forschungslabors an der Entwicklung von Biomarkern und Gentests für Bauchspeicheldrüsenkrebs gearbeitet

Beim Brustkrebs ist es möglich, ein genetisch erhöhtes Erkrankungsrisiko vorab zu erkennen. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, der Mediziner spricht vom Pankreaskarzinom, geht dies bislang jedoch noch nicht. Eine Forschergruppe in Rostock und Greifswald hofft, dies bald ändern zu können. Die Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung eines ersten genetischen Risikotests für die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) wie auch für das Pankreaskarzinom. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen bis Ende 2014 entsprechende Biomarker identifiziert und diagnostische Tests entwickelt werden.

Denn bei beiden Erkrankungen scheinen genetische Faktoren eine Rolle zu spielen. Zwar sind ein Alkoholmissbrauch und das Rauchen als Risikofaktoren bekannt, es kommt jedoch häufig vor, dass vollkommen gesund lebende Menschen an einem Pankreaskarzinom erkranken. „Somit spielen offensichtlich auch nicht beeinflussbare genetische Faktoren als Auslöser eine Rolle“, erklärt Dr. Ulrich Weiss, einer der Projektleiter aus Greifswald. „Es ist unser Ziel, diese genetisch bedingten Ursachen herauszufinden.“ Das komplexe Zusammenspiel verschiedener Risiken im Erbmaterial zu untersuchen, erforderte nach seinen Angaben bislang einen beträchtlichen und kostenintensiven Untersuchungsaufwand. Mittels  neuer Analysentechnologien wie dem sogenannten „Next Generation Sequencing“ können mittlerweile jedoch mit vertretbarem Zeit- und Kostenaufwand parallel hunderte Gene analysiert und Genmutationen identifiziert werden. Lässt sich dabei eine erbliche Veranlagung für die Tumorerkrankung feststellen, kann das Pankreaskarzinom, so die Hoffnung der Forscher, möglicherweise bald in einem früheren Krankheitsstadium als es bisher meist der Fall ist, diagnostiziert werden. Denn bislang wird die Erkrankung, die sich im Allgemeinen mit unklaren Beschwerden bemerkbar macht, erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die Heilungschancen sind dann jedoch sehr limitiert.    

(Bildquelle: ©F. Hoffmann-La Roche Ltd)