26.08.2015

Immuntherapie bei Brustkrebs

Vor allem bei schwer zu behandelnden Brustkrebsformen hoffen die Wissenschaftler auf Fortschritte durch die Immuntherapie

Hoffnung auf Fortschritt vor allem bei metastasierter Erkrankung

Durch die Möglichkeiten der Immuntherapie wird sich Expertenangaben zufolge die Behandlung des Mammakarzinoms künftig wohl verändern. Die Hintergründe der hoffnungsträchtigen Behandlungsform hat Professor Dr. Diana Lüftner aus Berlin beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Leipzig erläutert.

Wie die Wissenschaftlerin darlegte, wird das körpereigene Immunsystem von den Tumorzellen  blockiert. Mit neuartigen Medikamenten soll diese Blockade durchbrochen und die Hemmung des Immunsystems aufgehoben werden. Damit ist dann, so die Vorstellung der Forscher, das körpereigene Abwehrsystem wieder in der Lage, die Tumorzellen als bösartig zu erkennen und zu eliminieren.

Der derzeit für den Brustkrebs am intensivsten erforschte immuntherapeutische Ansatz ist laut Professor Lüftner die Hemmung des sogenannten PD-1-Systems. Diese Strategie wird auch als Checkpoint-Hemmung bezeichnet. Die eingesetzten PD-1-Antikörper wirken an der Kontaktstelle zwischen Tumorzelle und speziellen Abwehrzellen, den T-Zellen.

Erste Ergebnisse aus klinischen Studien weisen auf mögliche Fortschritte der Behandlung mit dieser Strategie vor allem bei den ansonsten sehr schwer zu therapierenden metastasierten Brustkrebsformen hin.  Neben der Checkpoint-Hemmung befindet sich derzeit noch eine ganze Reihe weiterer immuntherapeutischer Ansätze in der klinischen Prüfung. So wurden zum Beispiel spezielle Antikörper entwickelt, die sowohl an Immunzellen als auch an Tumorzellen binden und beide miteinander verknüpfen. Solche sogenannten bispezifischen Antikörper können die Anti-Tumor-Aktivität der Immunzellen verbessern.