09.12.2015

Neuerungen in der Behandlung des Brustkrebs

Beim Brustkrebs ist es in vielen Fällen sinnvoll, der Operation eine medika- mentöse Behandlung vorzuschalten

Beim Brustkrebs ist es in vielen Fällen sinnvoll, der Operation eine medika- mentöse Behandlung vorzuschalten

Doppelte Antikörper-Blockade – schon vor der OP

Bei der Behandlung von Frauen mit einer besonderen Form des Mammakarzinoms, dem sogenannten HER2-positiven Brustkrebs, gibt es Neuerungen:

Die Patientinnen können seit kurzem bereits vor der operativen Entfernung des Tumors eine umfassende Antikörpertherapie zusätzlich zu einer Chemotherapie erhalten. Das Besondere an der neuen Therapiestrategie ist, die Frauen erhalten gleich zwei Antikörper, sodass eine noch effektivere HER2-Blockade erreicht wird. Wird bereits vor der Operation medikamentös behandelt, sprechen die Mediziner von einer neoadjuvanten Therapie.

Das Konzept hat den Vorteil, dass sich schon frühzeitig zeigt, ob die Frauen auf die gewählte Behandlung ansprechen oder nicht. Für die zweifache Antikörper-Blockade war das Ergebnis eindeutig: Gut doppelt so viele Frauen reagierten auf die Hinzunahme des zweiten Antikörpers mit einer sogenannten kompletten Remission, also mit dem völligen Verschwinden des Tumors. „Das geht nach unseren bisherigen Erfahrungen mit deutlich verbesserten Heilungschancen einher“, berichtete Professor Dr. Andreas Schneeweiss aus Heidelberg bei der Vorstellung der neuen Behandlungsoption.

Die neoadjuvante Therapie hat nach seiner Darstellung weitere Vorteile. Wird keine komplette Remission erwirkt, ist doch meist ein Schrumpfen des Tumors zu erreichen. Dieser ist anschließend einfacher operativ zu entfernen. Es kann dadurch häufiger brusterhaltend operiert werden.

Durch die zunächst medikamentöse Behandlung gewinnen Arzt und Patient außerdem Zeit zur eingehenden Beratung der Patientin.