15.01.2015

Fortschritte bei verschiedenen Formen von Brustkrebs

HER2-positiv und HER2-negativ – es stehen Neuerungen an

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs, und das schlägt sich auch im Vorgehen bei der Behandlung nieder. Unterschieden wird insbesondere zwischen dem HER2-positiven Brustkrebs mit besonders vielen sogenannten HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche der Tumorzellen und dem HER2-negativen Brustkrebs ohne dieses Merkmal.

 

Ziel ist eine möglichst effektive HER2-Blockade

Deutliche Behandlungsfortschritte hat es bei beiden Formen jüngst gegeben, wie beim Europäischen Krebskongress in Madrid dargelegt wurde. So setzen die Mediziner bei der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs insbesondere auf Antikörper, die sich gezielt gegen den HER2-Rezeptor auf der Oberfläche der Tumorzellen richten. Bereits seit Jahren werden Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs mit einem solchen Antikörper behandelt, wodurch sich ihre Überlebenschancen erheblich gebessert haben. Nun gibt es einen zweiten Antikörper, der zusätzlich verabreicht werden kann. Er hemmt die Zusammenlagerung von HER2-Rezeptoren mit den anderen Mitgliedern der HER-Familie. Die Kombination der beiden Antikörper sorgt so für eine besonders effektive HER2-Blockade. Dadurch lassen sich die Überlebenschancen der erkrankten Frauen weiter verbessern, wie in Madrid bekannt gegeben wurde.

Eine ganz andere Strategie wird beim HER2-negativen Brustkrebs verfolgt. Bei dieser Form von Brustkrebs spielt neben der Chemotherapie die Hemmung der Gefäßneubildung in der Tumorregion eine wichtige Rolle. Über solche Blutgefäße versorgt sich der Tumor mit Nährstoffen und sichert sich damit Wachstumsvorteile. Wird die Gefäßbildung unterbunden, werden das Tumorwachstum und damit das Fortschreiten der Erkrankung gehemmt. Die Gefäßhemmung, der Mediziner spricht vom Prinzip der Antiangiogenese, ist beim HER2-negativen Brustkrebs bereits etabliert. In Madrid vorgestellte aktuelle Studiendaten deuten nun an, dass diesem Behandlungsprinzip wahrscheinlich noch größere Bedeutung zukommt als bislang bekannt war.