22.07.2015

Kürzere Bestrahlungszeit - Vorteile beim Brustkrebs?

Es gibt Fortschritte bei der Strahlentherapie

Höhere Strahlendosis, weniger Bestrahlungstermine

Die Strahlentherapie ist nach einer brusterhaltenden Operation ein fester Bestandteil der Behandlung. Sie dauert bislang sechs bis sieben Wochen mit 30 bis 35 Bestrahlungsterminen.

Neue technische Entwicklungen ermöglichen es nun jedoch, die Therapiedauer zu verkürzen. Die Bestrahlung erfolgt dabei mit erhöhter Einzeldosis in weniger Sitzungen. „Diese sogenannte hypofraktionierte Bestrahlung verkürzt die Behandlungszeit auf viereinhalb Wochen, wenn zusätzlich zur Bestrahlung der ganzen Brust das Operationsgebiet mit einer noch stärkeren Strahlendosis – Boost genannt – versorgt wird“, erklärt Professor Dr. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Studien haben gezeigt, dass diese verkürzte, höher dosierte Bestrahlung genauso wirksam ist wie das herkömmliche Vorgehen.

Eine weitere Verkürzung auf nur mehr etwa drei Wochen und 16 Sitzungen ist möglich, wenn ein neues technisches Verfahren hinzukommt, das mit der Hypofraktionierung kombiniert wird: Der simultan integrierte Boost (SIB). „Die zusätzliche Bestrahlung des Operationsgebietes wird dabei bereits auf die einzelnen Termine bei der Strahlenbehandlung der ganzen Brust verteilt“, erklärt Professor Dunst.