14.10.2015

„Die Diagnose hat mich völlig überrumpelt“

Sabine Schief motiviert auch auf der Bühne, die Chancen zur Krebsfrüherkennung zu nutzen

Die Kabarettistin Sabine Schief erkrankte vor zwei Jahren an Brustkrebs

Sabine Schief – „Kabarett für´s Herz mit Hirn“

„Brustkrebs“ – als Sabine Schief die Diagnose Anfang Oktober 2013 erfuhr, hatte die Kabarettistin bis Weihnachten des Jahres noch 40 fest geplante Bühnenauftritte vor sich. „Die Diagnose hat mich völlig überrumpelt und zunächst auch aus der Bahn geworfen“, erzählt Schief rückblickend. Bereits 23 Jahre stand sie damals auf der Bühne, galt überall als „Powerfrau“ und fühlte sich selbst auch quasi unverletzlich: „Ich hätte nie gedacht, plötzlich mit einer so gravierenden Diagnose und einer so schweren Erkrankung konfrontiert zu werden.“ 

Rückblickend gab es durchaus Beschwerden, ein häufiges Ziehen und Spannen der Brust: „Aber ich war in einem Alter, in dem man das leicht auf hormonelle Veränderungen und die möglicherweise bereits einsetzenden Wechseljahre schiebt“, sagt Schief. Bei der routinemäßig durchgeführten Mammographie wurde dann jedoch ein Mammakarzinom festgestellt.

Es folgte nach dem Einholen einer Zweitmeinung, bei der sich die Diagnose bestätigte, die Operation, in der neben der Tumorentfernung direkt ein Brustaufbau durchgeführt wurde. „Mir war der Erhalt der weiblichen Körperform außerordentlich wichtig“, erzählt Schief. Eine Chemotherapie war nicht notwendig, wie ein Gentest zeigte. 

Dennoch gab es nach der Behandlung einen unerwarteten Einbruch der beruflichen Karriere. Schief: „Zunächst habe ich einfach weitergemacht, als wäre nichts geschehen. Dann aber habe ich erkennen müssen, dass auch meine Kraft endlich ist. Ich war den beruflichen Belastungen körperlich und psychisch nicht mehr gewachsen.“ Die Menschen Abend für Abend zum Lachen zu bringen, war kaum mehr möglich und die Kabarettistin machte deshalb eine einjährige Bühnenpause. 

Inzwischen liegt die schwere Zeit der Diagnose und der Therapie hinter Sabine Schief, die nun wieder auf der Bühne steht und sich seit ihrer Erkrankung öffentlich mit dem Thema Krebs auseinandersetzt. Damit will die ehemalige Krebspatientin Frauen und Männer motivieren, konsequent die Chancen der Krebsfrüherkennung zu nutzen, um sich im Fall des Falles durch eine frühzeitige Diagnose gute Heilungschancen zu sichern.