01.01.2008

Vorsicht vor Hautkrebs. Strengere Regeln für Solarien gefordert

Wer in der dunklen Jahreszeit in südliche Gefilde reist und dem Sonnenbaden frönt und ebenso jeder, der sich quasi als Ersatz im Solarium bräunt, steigert sein Hautkrebsrisiko. Denn die UV-Bestrahlung durch Sonne oder Solarien ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Dieser aber stellt mit rund drei Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die weltweit häufigste Krebserkrankung dar. Allein in Deutschland wird die Diagnose „Hautkrebs“ rund 140.000 Mal im Jahr gestellt. Internationale Experten haben deshalb einen regelrechten Empfehlungskatalog für Maßnahmen gegen den Hautkrebs erarbeitet.

Im Fokus steht dabei die UV-Bestrahlung in Sonnenstudios. Rund 12 Millionen Deutsche aber gehen mehr oder weniger regelmäßig auf die Sonnenbank, darunter auch zahlreiche Jugendliche, vor allem Mädchen. Damit soll nun Schluss sein, denn die Nutzung von Solarien soll künftig unter 18-Jährigen gesetzlich untersagt werden. „Wir unterstützen diese Entwicklung“, so Professor Dr. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Künftig sollen außerdem europaweite Grenzwerte für die UV-Bestrahlung in den Studios festgelegt werden und die Betreiber von Sonnenstudios werden aufgefordert, ihre Einrichtungen nach den Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz zertifizieren zu lassen. Wie wichtig solche Maßnahmen sind, zeigt am deutlichsten die Tatsache, dass die Rate an Hautkrebserkrankungen derzeit massiv ansteigt und das konkret um rund sieben Prozent pro Jahr. Damit nimmt die Häufigkeit von Hautkrebs stärker zu als alle anderen Krebserkrankungen.

Beim Hautkrebs unterscheidet man im Wesentlichen drei verschiedene Formen, die unterschiedlich gefährlich sind. Die häufigste Krankheitsform ist das so genannte Basalzellkarzinom, das sich aus der Basalzellschicht der Oberhaut entwickelt. Es bildet sich meist bei hellhäutigen Menschen nach häufiger intensiver Sonnenbestrahlung aus. Das Basalzellkarzinom gehört zu den „halb-bösartigen Tumoren“. Es verläuft in der Regel nicht lebensbedrohlich, zerstört aber durch das ungehemmte Wachstum das den Tumor umgebende Gewebe und das sehr oft im Gesicht, wo sich dieser Tumor am häufigsten bildet. 

Das Plattenepithel- oder auch Stachelzellkarzinom ist die zweithäufigste Hautkrebsform und entwickelt sich ebenfalls aus der Oberhaut und zwar aus der Stachelzellschicht. Auch dieser Tumor entsteht vor allem bei hellhäutigen Menschen und auch hier ist das entscheidende Risiko die Sonnenbestrahlung. Vorläufer des Stachelzellkarzinoms, das ebenfalls „halb-bösartig“ ist, sind so genannte aktinische Keratosen, scharf begrenzte geröteten Hautareale, die meist eine fest haftende Schuppung aufweisen.

Besonders gefürchtet ist als dritte, sehr bösartige Form der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt. Er entsteht aus Pigmentzellen der Haut, weshalb an diesen Tumor vor allem gedacht werden muss, wenn sich dunkle Hautmale verändern.