01.04.2009

Krebs der Mundschleimhaut häufiger als oft angenommen

Krebs der Mundschleimhaut wird oft per Zufall beim Zahnarzt entdeckt. Früh an plastische Operationen denken.

Krebs der Mundschleimhaut wird oft per Zufall beim Zahnarzt entdeckt. Früh an plastische Operationen denken.

Besonders belastend sind Krebser- krankungen, wenn sie im Bereich des Kopfes auftreten. Denn die Entfernung des Tumors kann Probleme beim Kauen, beim Schlucken oder beim Sprechen nach sich ziehen. Das betrifft auch Krebserkrankungen der Mundschleimhaut und des Rachens, die deutlich häufiger sind als gemeinhin angenommen wird.

„Oft werden solche Krebserkrankungen erst durch den Zahnarzt erkannt“, erklärt Privatdozent Dr. Robert Mischkowski von der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Köln. Denn Tumore der Mundschleimhaut bereiten den Betroffenen zunächst lange Zeit keine Schmerzen. Im Mund selbst spürt man möglicherweise ein kleines Geschwür, das langsam aber stetig größer wird, das aber von vielen Patienten kaum ernst genommen wird. Erst wenn der Tumor deutlich heran gewachsen ist, macht er sich mit Schmerzen bemerkbar und oft auch mit Schluckbeschwerden oder Sprachschwierigkeiten.

Bis zu einer Größe von zwei Zentimetern lässt sich der Tumor meist problemlos chirurgisch entfernen, sofern keine Lymphknoten befallen sind. Ist der Krebs allerdings schon größer und eventuell schon in die Lymphbahn hinein gewachsen, so müssen Chemo- und Strahlentherapie hinzukommen.

Für die betroffenen Patienten ist die Behandlung oft mit sehr viel Leid verbunden: „Wir müssen leider meist Teile des Mundbereichs oder auch der Zunge entfernen, um auf Nummer sicher zu gehen“, sagt Dr. Mischkowski. Schon vor der Operation sollte deshalb geplant werden, wie sich noch während des Eingriffs Gewebe, das entfernt werden muss, ersetzen lässt. „Das kann eine Haut-, eine Muskel- oder auch eine  Knochentransplantation notwendig machen“, sagt der Kölner Mediziner. Doch die Möglichkeiten der Wiederherstellungs-Chirurgie haben sich nach seinen Worten in den vergangenen Jahren erheblich verbessert: „Wir können fast immer ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis erzielen, und das umso besser, je früher der Eingriff erfolgt“, erklärt Dr. Mischkowski. Wichtig aber ist, dass die Patienten sich nach Abschluss der Behandlung regelmäßig zu den Nachsor- geterminen einfinden, damit im Falle eines Wiederauftretens des Tumors dieser rasch entdeckt und entfernt werden kann.