10.06.2010

Auch beim Hautkrebs: Hilfe durch Selbsthilfe - Erst wenige Hautkrebs-Selbsthilfegruppen

Wird ein Hautkrebs früh genug erkannt, so sind die Heilungschancen gut. Das gilt auch für den gefürchteten schwarzen Hautkrebs. Der helle Hautkrebs lässt sich allgemein gut behandeln, heilt aber oft nicht völlig aus. Die Betroffenen brauchen deshalb immer wieder eine erneute Therapie, was auf Dauer sehr belastend ist. „Jeder Zweite, der an einem Basaliom erkrankt, wird innerhalb von drei Jahren erneut einen entsprechenden Tumor der Haut entwickeln“, sagt Dr. Peter Mohr aus Buxtehude.

Sorgen und Ängste, wie es mit dem Tumor weitergehen wird, sind oft die Folge. Viele Hautkrebspatienten sind außerdem durch kosmetische Probleme nach der operativen Entfernung des Tumors belastet. Es ist deshalb laut Dr. Mohr sehr hilfreich, wenn sich die Betroffenen im Rahmen einer Selbsthilfegruppe organisieren.

Eine solche Selbsthilfegruppe hat sich in Buxtehude bereits vor drei Jahren etabliert und wird seitdem von Annegret Meyer, die selbst an Hautkrebs erkrankt ist, geleitet. „Es war und ist für mich erstaunlich, wie wenig Selbsthilfegruppen es für Hautkrebspatienten gibt“, erklärt Frau Meyer. So war die Gruppe in Buxtehude neben der ersten Organisation in Berlin erst die zweite spezielle Hautkrebs-Selbsthilfegruppe in Deutschland. Inzwischen gibt es einige Gruppen mehr, vor dem Hintergrund der so häufigen Tumorformen, aber dies ist laut Frau Meyer „bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Dass die Etablierung von mehr Hautkrebs-Selbsthilfegruppen sinnvoll wäre, zeigt die Erfahrung: „Viele Patienten kommen zu uns, weil sie sich wenig informiert und regelrecht mit ihren Problemen alleingelassen fühlen.“ Die Gruppe versucht, solche Patienten „aufzufangen“, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass man mit der Erkrankung ein erfülltes Leben führen kann und dass sie mit ihr nicht alleine stehen. Die Selbsthilfegruppe, eine offene Gruppe der Krebsnachsorge Stade LSK e.V.,  bietet außerdem Betroffenen die Möglichkeit, sich umfassend über das Thema Hautkrebs zu informieren und sich zudem mit ebenfalls Betroffenen über deren Erfahrungen auszutauschen. „Das ist etwas völlig anderes, als mit gesunden Menschen und speziell mit Angehörigen über das Thema zu sprechen“, sagt Annegret Meyer. Selbsthilfe bedeutet nach ihren Worten aber auch, sich nicht ausschließlich mit der Krankheit zu beschäftigen, sondern sich auch anderen Dingen des Lebens zuzuwenden – auch das ist ein Aspekt, der in den Selbsthilfegruppen gelebt wird.