01.06.2011

Mit „Killerzellen“ gegen den schwarzen Hautkrebs? - Forscher setzen auf die Stimulation der Körperabwehr

Einen neuen Weg im Kampf gegen den schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) versucht eine Arbeitsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg zu beschreiten. „Wir wollen die körpereigene Abwehr so stimulieren, dass sie die Krebszellen eliminiert“, erklärt die Leiterin der Forschergruppe, Dr. Adelheid Cerwenka. Möglich scheint dies über spezielle Zellen unseres Immunsystems, die so genannten natürlichen Killerzellen zu sein.

Es handelt sich bei diesen, auch als NK-Zellen bezeichneten Zellen, um eine besondere Form der weißen Blutkörperchen, die im Blut patrouillieren und anormale und kranke Zellen erkennen und zerstören können. Möglich ist dies, da die NK-Zellen auf ihrer Oberfläche spezielle Strukturen (Rezeptoren) tragen, die wie Antennen Signale von außen aufnehmen und in die Zellen hineinleiten. Über solche Signale können die NK-Zellen auch Tumorzellen im Körper ausmachen und eliminieren.

Bekannt ist, dass die Heilungschancen bei Krebserkrankungen dann besonders gut sind, wenn sich im Tumorgewebe viele NK-Zellen aufhalten. „Dann ist das Immunsystem besonders aktiv im Kampf gegen den Krebs“, erläutert Frau Dr. Cerwenka. Die Wissenschaftlerin versucht mit ihren Forschungsarbeiten, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden, zu klären, über welche Mechanismen NK-Zellen gezielt in das Tumorgewebe gelockt werden können. „Therapieansätze, die auf der Stimulation solcher natürlicher Abwehrmechanismen beruhen, sind bisher nur wenig erforscht“, sagt die Wissenschaftlerin. „Wir hoffen, dass unsere Studien eine Basis für die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten beim Hautkrebs und auch bei anderen Tumorerkrankungen sein werden“. Noch arbeiten die Wissenschaftler, wie Frau Dr. Cerwenka betont, an Zellkulturen und im Tiermodell. Es wird daher noch einige Zeit dauern, ehe die Stimulation der NK-Zellen am Menschen erprobt werden kann.