22.12.2012

Hautkrebs – Wolf im Schafspelz - Fortschritte bei der Behandlung

Schwarzer Hautkrebs, das so genannte maligne Melanom, ist deshalb so gefährlich, weil die Zellen dazu neigen, schon früh Metastasen zu bilden. Wissenschaftler aus Mainz fanden nun heraus, wie die Tumorzellen es schaffen, der körpereigenen Immunabwehr und oft auch der Therapie mit Zytostatika zu entkommen: Die das Melanom begleitende entzündliche Reaktion hilft den Tumorzellen offenbar, ihre äußere Gestalt zu wandeln. „Sie verhalten sich wie Wölfe im Schafspelz und entgehen dadurch der Erkennung und Zerstörung durch Abwehrzellen“, sagt Marcel Renn, einer der Mainzer Wissenschaftler, die sich speziell der Erforschung des malignen Melanoms widmen.

Dass sich die Forschungsaktivität in Sachen Hautkrebs lohnt, belegen jüngste Behandlungsfortschritte. So stehen inzwischen Medikamente zur Verfügung, die sich gezielt gegen bestimmte molekulare Veränderungen bösartiger Hautzellen richten. Liegt ein solcher spezieller Defekt vor, kann sich der Tumor nicht mehr wie ein Wolf im Schafspelz verhalten und der Behandlung damit entkommen.
Beim weniger gefährlichen „hellen Hautkrebs“, dem Basalzellkarzinom, wird ebenfalls intensiv an der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten gearbeitet, die gezielt in die in Tumorzellen veränderten Signalwege eingreifen. Die Forscher hoffen, schon bald Wirkstoffe in Händen zu halten, mit denen auch bei dieser Hautkrebsform eine zielgerichtete, direkt an der Veränderung der Zelle angreifende Behandlung zu realisieren ist und so die Therapiechancen der Patienten zu verbessern.