06.06.2012

Behandlungsfortschritt beim schwarzen Hautkrebs

Am schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, erkranken in Deutschland jährlich mehr als 15.000 Menschen. Die Neuerkrankungsrate hat sich seit 1980 dabei mehr als verdreifacht. Die Heilungschancen sind beim schwarzen Hautkrebs davon abhängig, wie früh die Erkrankung erkannt wird. Ist der Krebs schon im fortgeschrittenen Stadium, wie es bei 15 bis 20 Prozent der Betroffenen der Fall ist, kann er kaum mehr geheilt werden. Anders sieht das aus, wenn der Tumor frühzeitig erkannt wird.

Dann ist die Erkrankung fast immer heilbar. Daher ist es wichtig, die Körperoberfläche regelmäßig beim Arzt nach verdächtigen Veränderungen untersuchen zu lassen. Seit 2008 haben alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine solche Krebsvorsorge-Untersuchung. Der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für das maligne Melanom ist eine intensive UV-Bestrahlung und insbesondere ein Sonnenbrand in der Kindheit und Jugend.
Nachdem jahrzehntelang trotz intensiver Forschungstätigkeit keine Fortschritte bei der Therapie des fortgeschrittenen malignen Melanoms erzielt wurden, ist kürzlich eine Art Durchbruch geschafft worden: Seit Februar 2012 ist in Deutschland ein neues Medikament zugelassen, das gezielt in die Abläufe innerhalb der Krebszellen eingreift, wodurch der Tumor nicht mehr wachsen kann. Das mindert die Krankheitssymptome der Betroffenen deutlich und gibt ihnen die Chance, wieder einen relativ normalen Alltag mit ihren Familien zu leben. Von dem neuen Medikament können Patienten profitieren, bei denen ein bestimmtes Gen der Tumorzellen verändert ist. Es handelt sich dabei um die so genannte BRAF-V600 Mutation, die nach bisherigen Erkenntnissen etwa die Hälfte der Patienten mit malignem Melanom aufweist. Ob ein betreffender Patient diese Genmutation trägt, lässt sich vor der Behandlung mittels eines Gentests nachweisen. Damit haben die Forscher nicht nur einen Meilenstein in der Hautkrebs-Therapie gesetzt, sondern auch in der neuen Strategie der „personalisierten Medizin“, bei der die Behandlung sich gezielt an den individuellen Gegebenheiten des Patienten orientiert.