20.10.2014

Weiter starker Anstieg von Hautkrebs

Häufigste Hautkrebsform: Das Basalzellkarzinom

Häufigste Hautkrebsform: Das Basalzellkarzinom

Zahl der stationären Behandlungen steigt stetig

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Hautkrebs in der Klinik behandelt werden müssen, ist in den vergangenen fünf Jahren um 23 Prozent angestiegen. Diese Zahl hat kürzlich das Statistische Bundesamt bekannt gegeben. Damit weist der Hautkrebs die höchste Zuwachsrate unter allen Krebsbehandlungen im Krankenhaus auf. Rund ein Viertel der Patienten mussten wegen „schwarzem“ Hautkrebs, einem sogenannten malignen Melanom, behandelt werden. Drei Viertel der stationär versorgten Patienten litten unter einem hellen Hautkrebs, meistens unter einem sogenannten Basalzellkarzinom. 

In aller Regel diente die Klinikbehandlung der operativen Entfernung des Tumors. Dazu sind oft ausgedehnte Operationen notwendig und nicht selten müssen Hauttransplantationen erfolgen. Dabei wird das erkrankte Haut- und Tumorgewebe entfernt und durch gesunde Haut von einer anderen Körperregion wie etwa dem Oberschenkel ersetzt.

„Beim hellen Hautkrebs gezielt Wachstumssignale unterbinden“

Nicht immer aber gelingt beim hellen Hautkrebs eine vollständige Entfernung des Tumors. Die Ursache kann darin liegen, dass der Krebs bereits in seinem Wachstum zu weit fortgeschritten ist. Auch kann es sein, dass durch die Lokalisation am Auge, an der Nase, den Ohren oder den Lippen eine ausgedehnte Operation nicht möglich ist, ohne wichtige Strukturen zu gefährden.  Auch wenn sich, was selten der Fall ist, Metastasen in anderen Stellen des Körpers gebildet haben, sind die Tumorzellen durch eine Operation und Strahlentherapie nicht vollständig zu entfernen. Seit gut einem Jahr gibt es für Menschen in solchen Situationen gute Behandlungsmöglichkeiten durch eine zielgerichtete Therapie. Dabei wird ein Wirkstoff verabreicht, der gezielt in den sogenannten Hedgehog-Signalweg eingreift. Dieser spielt bei der Steuerung des normalen, menschlichen Wachstums und der Entwicklung in den frühen Lebensstadien eine wichtige Rolle und ist später im Erwachsenenalter kaum mehr aktiv. Der Signalweg ist jedoch fälschlicherweise bei nahezu allen Patienten mit Basalzellkarzinom in den Tumorzellen aktiviert und treibt damit das Tumorwachstum an. Bei der zielgerichteten Therapie wird dieser Signalweg wieder abgeschaltet. Damit fällt der Wachstumsimpuls weg und die Zellen hören auf, sich unkontrolliert zu teilen. Der Tumor wächst nicht weiter, sondern schrumpft meist sogar. 

Der Wirkstoff wird einmal täglich als Kapsel eingenommen. Er bietet eine zusätzliche Behandlungschance bei all jenen Patienten mit hellem Hautkrebs, die mit Operation und Strahlentherapie nicht ausreichend zu behandeln sind.