13.04.2016

Nutzung von Solarien auf dem Prüfstand

UV-Strahlung – wichtigster Risikofaktor für Hautkrebs

Etwa 264.000 Menschen erkranken jährlich neu an einem Tumor der Haut, mehr als 30.000 davon am gefährlichen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs ist ultraviolette Strahlung – sowohl die natürliche der Sonne als auch künstlich erzeugte UV-Strahlung in Solarien. Dort ist die UV-Strahlung besonders intensiv: Die festgelegte maximale Bestrahlungsstärke entspricht der höchsten Strahlungsintensität, die durch die Sonne auf der Erde überhaupt erreicht werden kann – nämlich mittags am Äquator bei wolkenlosem Himmel. Experten raten deshalb von jeglicher Solariennutzung ab.

Doch während regelmäßig Daten zum Konsum von Tabak und Alkohol, die ebenfalls das Krebsrisiko steigern, erhoben werden, fehlen bislang Studien zur Nutzung der Solarien, moniert Professor Dr. Sven Schneider vom Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin der Universität Heidelberg. Professor Schneider ist Leiter einer von der Deutschen Krebshilfe finanzierten Erhebung zur Nutzung von Solarien in der Bevölkerung.

Ziel der Studie ist es, Antworten auf verschiedene Fragen zu liefern: Wer geht gerne ins Solarium und warum? Wie wirkt sich die geltende UV-Schutzverordnung auf das Nutzerverhalten aus? Erhalten Minderjährige trotz Verbots Zugang zu Solarien? Wie entwickeln sich Motivation und Risikowahrnehmung von Solariennutzern in den nächsten Jahren?

Im Rahmen der Untersuchung sollen bis 2019 jährlich rund 3.500 Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren repräsentativ zu ihrer Solariennutzung, zu ihren Motiven, zu ihrer Risikoeinschätzung und zu ihrem Lebensstil befragt werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Studienergebnissen neue Impulse für die Hautkrebsprävention.