10.06.2014

„Lymphomtherapie – Injektion statt Infusion“

Darstellung der Antikörpertherapie als Injektion unter die Haut bei Lymphompatienten

Darstellung der Antikörpertherapie als Injektion unter die Haut bei Lymphompatienten

Ein Patient berichtet

Jeder Tumorpatient hofft, durch die Behandlung von seiner Erkrankung geheilt zu werden und nimmt dafür erhebliche Belastungen in Kauf. Neben der Verbesserung der Heilungschancen besteht ein Ziel der Krebsforschung allerdings auch darin, die Behandlungsmöglichkeiten so weiterzuentwickeln und zu verfeinern, dass die Behandlung von den Patienten als möglichst wenig belastend erlebt wird. Bei einigen Krebserkrankungen vollziehen sich dabei zurzeit deutliche Fortschritte. So ist es beim Brustkrebs möglich geworden, einen Antikörper nicht mehr unbedingt als Infusion zu verabreichen, sondern als subkutane Injektion, also als Injektion unter die Haut. Auch bei der Behandlung bestimmter Lymphome hat sich jüngst die gleiche Entwicklung vollzogen. Was das konkret für den Alltag bedeutet, schildert ein Patient mit einem Non-Hodgkin-Lymphom, der bereits mehrere Behandlungszyklen mit dem Antikörper erhalten hat – zunächst als Infusion und seit kurzem nun als subkutane Injektion.

Sie haben beide Behandlungsverfahren kennengelernt, die Infusionstherapie und die neue Option der subkutanen Injektion des Antikörpers. Wie haben Sie den Unterschied erlebt?

Die Infusionsbehandlung ist für mich keine große Belastung gewesen. Ich habe gewusst, dass die Behandlung notwendig ist, um die Erkrankung zu kontrollieren. Vor kurzem wurde die Therapie aber umgestellt und seitdem kann ich mit Injektionen unter die Haut behandelt werden. Das ist für mich eine erhebliche Erleichterung.

Was ist nun konkret besser?

Während der Behandlungszyklen habe ich früher fast immer fünf Stunden und sogar mehr in der Praxis verbringen müssen, bis alle Untersuchungen erfolgt und die Infusionsbehandlung abgeschlossen war. Dank der subkutanen Injektion hat sich diese Zeit erheblich verringert. Die Injektion selbst dauert nur wenige Minuten, meist kann ich die Praxis innerhalb nur einer Stunde wieder verlassen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Injektion unter die Haut erfolgt und nicht mehr die Vene punktiert werden muss, um die Infusion anzulegen. Das war früher doch oft schwierig, weil ich inzwischen recht schlechte Venen habe. 

Was hat sich für Sie geändert, seit Sie den Antikörper als Injektion erhalten?

Meine Lebensqualität ist durch diese Behandlungsform eindeutig gestiegen. Ich habe weniger Schmerzen bei der Verabreichung des Medikamentes, das ich wirklich sehr gut vertrage und ich spare sehr viel Zeit, die ich nun wieder mit meiner Familie – vor allem mit meinen Enkelkindern – und meinen Freunden verbringen kann.

Haben Sie vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.