27.08.2015

Antikörper - zentraler Therapiebaustein

Eine Schwellung der Lymphknoten ist ein häufiges Symptom des follikulären Lymphoms

 

Behandlungsfortschritte beim follikulären Lymphom

Das follikuläre Non-Hodgkin-Lymphom ist eine Krebsart, die direkt die Lymphknoten befällt. Die Erkrankung verläuft im Allgemeinen sehr langsam. Deshalb wird mit der Behandlung in aller Regel gewartet, bis die Symptome oder der Krankheitsverlauf eine Therapie notwendig machen – eine Strategie, die als „Watch & Wait“ bezeichnet wird.

Wird eine Behandlung erforderlich, so besteht diese in der Regel aus der Chemotherapie und der Gabe eines Antikörpers. Denn die Kombination aus Antikörper und Chemotherapie gilt als effektivste Maßnahme bei dieser Erkrankung. Sie kann meist ambulant durchgeführt werden, wobei es inzwischen auch möglich ist, den Antikörper nicht mehr als Infusion zu verabreichen, sondern unter die Haut zu injizieren, was einen erheblichen Zeitvorteil darstellt.

Allerdings gibt es zwei Herausforderungen: „Zum einen behandeln wir immer häufiger ältere und alte Menschen, zum anderen kommt es bei nicht wenigen Patienten im Verlauf der Erkrankung dazu, dass sie nicht mehr auf den Antikörper ansprechen“, berichtete Professor Dr. Christian Buske, Ulm, bei einem Presseworkshop in Bonn im Nachgang zum amerikanischen Krebskongress. Gefragt sind deshalb neue Therapiestrategien, die hocheffektiv und zugleich gut verträglich sind, also Therapieerfolge vermitteln, dabei aber die Lebensqualität der meist älteren Patienten erhalten.

Deshalb wird z. B. intensiv an der Weiterentwicklung der Antikörpertherapie gearbeitet. Erste Studien deuten an, dass es neben den bisher eingesetzten Wirkstoffen bald noch effektivere Antikörper geben kann, die eine gute Tumorkontrolle gewährleisten – auch bei Patienten, die auf die herkömmliche Therapie nicht mehr ausreichend reagieren.
 
Zur Sache:
Umfassende Informationen zum follikulären Non-Hodgkin-Lymphom gibt es im Internet unter www.leben-mit-lymphom.de. Anlässlich des Welt-Lymphom-Tags wird es einen neuen Newsletter geben, der unter der angegebenen Homepage abonniert werden kann. Er erscheint halbjährlich.