22.07.2015

Lymphdrüsenkrebs: PET sagt Therapieerfolg voraus

Lymphdrüsenkrebs zeigt sich oftmals durch vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich

Immunchemotherapie ist Standard

Das follikuläre Lymphom ist eine häufige Variante des sogenannten Non-Hodgkin-Lymphoms. Anders als beim Hodgkin-Lymphom ist bei diesem Lymphdrüsenkrebs eine endgültige Heilung nicht möglich. Behandelt werden die Patienten mit einer Kombination einer Chemo- und einer Antikörpertherapie. Anschließend erfolgt die Gabe eines Antikörpers für etwa zwei Jahre. Damit lässt sich der Krebs in aller Regel zurückdrängen.

Üblicherweise wird nach Abschluss der anfänglichen Chemo- und Antikörpertherapie eine Computer-Tomographie (CT) durchgeführt. Die Untersuchung zeigt, ob die Lymphknoten noch vergrößert sind. „Ob sich im Lymphknoten weiterhin lebende Tumorzellen befinden, kann das CT jedoch nicht erkennen“, erklärt Professor Dr. Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Das aber ist mit der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, möglich. 

Dazu erhalten die Patienten ein radioaktiv markiertes Zuckermolekül in die Vene gespritzt, das nur von lebenden, aber nicht von zugrunde gegangenen Tumorzellen aufgenommen wird. Ein PET-Scanner fängt die Strahlung auf. „Wenn wir die Untersuchung mit einem CT kombinieren, können wir die erkrankten Lymphdrüsen sogar genau lokalisieren“, so Prof. Moka.

Die Befunde erlauben nach seinen Angaben eine bessere Vorhersage zum Krankheitsverlauf. So erleiden nach dem Ergebnis aktueller Untersuchungen Patienten mit einem Rest-Tumornachweis im PET-CT nach durchschnittlich 17 Monaten einen Rückfall. Patienten ohne Tumorreste hingegen besitzen eine Chance von 83 Prozent, in den nächsten sechs Jahren vom Krebsleiden verschont zu bleiben. „Diese Information ist für die weitere Therapieplanung wichtig“, so BDN-Experte Prof. Moka.

Findet das PET-CT keine zurückgebliebenen Tumorzellen, kann für die nächsten Jahre auf weitere Therapien häufig verzichtet werden. „Viele ältere Patienten – das Durchschnittsalter beträgt bei der Diagnose 63 Jahre – werden damit für den Rest ihres Lebens praktisch tumorfrei“, erläutert der Nuklearmediziner. Patienten, bei denen Tumorreste verbleiben, müssen engmaschig kontrolliert werden. Sollten wieder Symptome auftreten, so müssen die Betroffenen erneut therapiert werden.