01.02.2009

Bisphosphonate - weniger Schmerzen und weniger Knochenbrüche

Rechtzeitig die Knochen schützen! Eine gefürchtete Komplikation bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung ist die Entwicklung von Metastasen im Skelett. Betroffen sind vor allem Frauen mit Brustkrebs. Aber auch beim fortgeschrittenen Prostatakrebs, beim Lungenkrebs, Nierenkrebs und bei einer Krebserkrankung der Schilddrüse kommt es nicht selten zu Knochenmetastasen.

„Bemerkbar machen sich diese zumeist durch Schmerzen“, berichtet Professor Dr. Ingo J. Diel aus Mannheim. Allerdings kann es schwierig sein, die Knochenschmerzen von Gelenkbeschwerden, die häufig unter der Brustkrebsbehandlung auftreten, zu unterscheiden. Während die Gelenkbeschwerden jedoch vor allem die Hände und die Füße betreffen, sind Metastasen in diesen Bereichen eher eine Rarität. Hellhörig aber muss man als Krebspatient nach Professor Diel werden, wenn Knochenschmerzen im Beckenbereich, im Bereich der Wirbelsäule oder in der Rippenregion auftreten. Dann muss unter anderem auch an eine Metastasenbildung gedacht werden und es sollte ein Knochen-Szintigramm veranlasst werden und unter Umständen auch eine Kernspintomographie.

Unterschiedlich ist nach Diel zudem die Art der Schmerzen: „Gelenkschmerzen kommen und gehen, Schmerzen aufgrund von Knochenmetastasen aber bleiben relativ konstant auch in Ruhe bestehen.“

Problematisch bei den Knochenmetastasen sind aber nicht nur die Schmerzen, wie Professor Diel erläutert: „Die betroffenen Patienten können, wenn auch selten, schon bei geringen Belastungen Knochenbrüche erleiden.“ Das aber schränkt die Lebensqualität zusätzlich ein.

Wichtig ist deshalb eine umfassende Behandlung, wobei die betroffenen Patienten ein so genanntes Bisphosphonat erhalten. Denn Wirkstoffe wie zum Beispiel das Ibandronat, Pamidronat oder Zoledronat bessern einerseits den Schmerz und wirken andererseits Knochenbrüchen entgegen. Vorteilhaft beim Ibandronat ist zudem die Tatsache, dass der Wirkstoff als Tablette eingenommen und auch als Kurzinfusion verabreicht werden kann, wenn eine rasche Schmerzlinderung erforderlich ist. Nach der Anfangsbehandlung mit der Kurzinfusion können die Patienten dann später wählen, ob sie lieber Tabletten oder die Infusion erhalten möchten.