25.03.2009

Mehr Lebensqualität trotz Prostatakrebs

Die Lebensqualität von Männern mit Prostatakrebs ist das zentrale Thema der so genannten Harow-Studie. Die Erhebung, die von der Stiftung Männergesundheit durchgeführt wird, soll in den kommenden Jahren die Versorgungssituation von rund 5.000 Patienten mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs analysieren.

Zentraler Teil der Studie ist eine Online-Befragung. Dabei können alle Männer mitmachen, bei denen ein Prostatakrebs in den vergangenen sechs bis 18 Monaten festgestellt wurden. Via Internet werden sie gebeten, Fragen zu ihrer derzeitigen Lebensqualität zu beantworten, zu ihrem körperlichen und seelischen Befinden und zu ihrer allgemeinen Lebenssituation. Die Umfrage erfolgt anonym, weitere Informationen gibt es im Internet unter www.harow.de.

„Im Gegensatz zu den bisherigen Untersuchungen stellt die Harow-Studie den Patienten mit seiner medizinischen Versorgung und seiner Lebensqualität in den Mittelpunkt“, erklärte in diesem Zusammenhang Professor Lothar Weißbach als Leiter der Studie und wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit, die das Projekt in Kooperation mit dem Bundesverband Prostatakrebshilfe e.V. durchführt.

Die Erhebung soll auch dazu beitragen, dem wachsenden Bedürfnis nach umfassenden und objektiven Erkenntnissen zu den  unterschiedlichen Behandlungsformen beim lokal begrenzten Prostatakrebs gerecht zu werden. So sei bislang nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht worden, ob eine sofortige Therapie des meist sehr langsam wachsenden Tumors aufgeschoben werden kann und wie sich eine Strategie der aktiven Überwachung (Active Surveillance) des Tumors oder des beobachtenden Abwartens (Watchful Waiting) auf die Lebensqualität der Männer auswirkt. In der Harow-Studie sollen des deshalb fünf verschiedene Behandlungssituationen des lokal  begrenzten Prostatakarzinoms verglichen werden, und zwar die Situation von Männern nach einer Operation oder einer Strahlenbehandlung, unter einer Hormontherapie, einem Active Surveillance oder einem Watchful Waiting. Auf Basis der ermittelten Daten sollen dann auch Kriterien für die individuelle Beratung betroffener Männer erarbeitet werden.