11.07.2013

Prostatakrebs in jungen Jahren erblich bedingt

Meist im höheren Lebensalter erkranken Männer an Prostatakrebs. Allerdings tritt der Tumor in etwa zwei Prozent der Fälle schon bei Männern vor dem 50. Lebensjahr auf. Ein deutsches Forschungskonsortium hat nun entdeckt, dass die Erkrankungen in frühen und die in späteren Lebensjahren unterschiedliche Ursachen haben: So können offenbar bei jüngeren Männern konkrete Veränderungen im Erbgut das Auftreten von Prostatakrebs begünstigen.

Den Forschern fiel zunächst auf, dass sich bei den frühen Erkrankungen deutlich weniger Erbgutveränderungen finden als bei den im höheren Alter diagnostizierten Fällen. Die bei jungen Männern auftretenden Mutationen haben jedoch fatale Folgen: Sie bewirken den Austausch langer Erbgut-Abschnitte zwischen verschiedenen Chromosomen. Be-troffen sind vor allem Gene, die unter dem Einfluss männlicher Geschlechtshormone wie dem Testosteron stehen. Durch die Veränderungen im Erbgut können Verbindungen mit Krebsgenen entstehen, die dann ihrerseits durch Testosteron aktivierbar sind.

Die neuen Erkenntnisse haben, so berichten die Forscher, weitreichende medizinische Bedeutung: So könnte zur Krebsfrüherkennung nach Zellen mit dem charakteristischen Erbgut-Umbau im Blut von Männern gefahndet werden. Auch eine präzisere Krebsdiagnostik bei jüngeren Männern ist anhand der Erbgutveränderung denkbar. Die Entdeckung kann möglicherweise auch dazu beitragen, die Behandlung von Prostatakrebs bei jüngeren Männern zu verbessern.